Ein Anzug muss her!

Im letzten Eintrag hatte ich es ja schon angekündigt: Ich war in Montréal bei Verena und habe mir auch einen Anzug für den Ball gekauft…

Um es vorneweg zu nehmen: Die Bilder von der ganzen Aktion, wie Verena Ballkleider anprobiert und letztendlich ein reichlich dämliches Foto von mir im Anzug finden sich in Gallery ab Seite 44.

Am Freitag bin ich direkt nach der Schule von jemandem aus dem Ball-Organisierungs-Kommite zum Terminus Granby gefahren, von wo ich dann den Bus nach Montréal genommen habe.

In Montréal hat mich dann Verena vom Terminus abgeholt. Eigentlich hätten wir dann direkt nach Hause fahren können, allerdings hatte Paula gemeint, dass sie auch in etwa zur selben Zeit wie ich ankommen müsste… Verena und ich sind allerdings beide aus unterschiedlichen Gründen schon Mal eine halbe Stunde zu spät angekommen, trotzdem haben wir noch eine halbe Stunde bis Stunde gewartet um dann uns zu entscheiden heim zu fahren. In der Metro klingelte dann das Handy von Verena – es war Paula, die uns mitteilte, was ich mir schon fast gedacht hatte: Sie ist schon am Donnerstag angekommen und sitzt jetzt schon bei ihrer ehemaligen Gastfamilie aus dem Vorbereitungscamp in Deux Montagnes…

Also wurde kurzerhand vereinbart, dass sie auch zu Verena nach Hause kommt – immerhin liegt Deux Montagnes ja nicht sooo weit von St.Eustache entfernt…

Irgendwann gegen 21:00 Uhr und 11,50$ für ein Taxi später waren Verena und ich dann auch bei ihr daheim und wenig später kam auch Paula an…

Was soll ich sagen… Wir haben dann bis um Mitternacht mit Paula geredet, dann wurde sie abgeholt, da ihr Flug in die USA (irgendeine ASSE-Rundreise) ziemlich früh am Samstag geht… Inklusive ihrem Geburtstags-Enterrich und dem Schokobrot von mir 😉

Kaum war sie weg, haben Verena und ich aber noch weitergequatscht… Allerdings nicht ganz so extrem wie damals bei Éric im Keller… Um 01:30 war dann Schluss und wir haben das Sofa in meine Schlafgelegenheit umgebaut. Somit darf ich mich jetzt auch zu dem Club der Leute zählen, die in dem selben Bett wie Renée geschlafen haben 😉 (Ja, die Bettlaken, etc. wurden inzwischen gewechselt ;))…

Samstag haben wir dann noch Philipp am Terminus abgeholt und sind dann losgezogen um für ihn und mich jeweils einen Anzug zu kaufen und Verena einige Ballkleider anprobieren zu lassen…

Das mit den Anzügen ging relativ schnell über die Bühne. So haben Philipp und ich nun unsere Anzüge bei Jaco Uomo gekauft, welche aus einem Hemd von J-Mart Clothing und einem Sakko von Massimo Moda Collezione. Und natührlich noch eine Kravatte (in meinem Falle von Enro Platinum)…

Die Ballkleider, die Verena ausprobiert hatte, waren da schon etwas schwieriger… Entweder waren sie zu klein oder um einiges zu groß… Und dann noch das Problem mit den Kleidern, die eine Oberweite von einem Laufsteg-Sternchen voraussetzen… Naja, reden wir nich‘ drüber 😉

Am Sonntag sind wir eigentlich alle daheim geblieben und Philipp und ich haben uns erst am Bus getroffen… Aber damit hatte ich eigentlich kein Problem, da die Sonne geschienen hat und das Thermometer 25°C anzeigte… Auch wenn Verena und ich die Zeit teilweise vor dem Piano im Keller verbracht haben, waren wir auch etwas draußen 🙂

Vielleicht abschließend noch eine kleine Geschichte, die sich zugetragen hatte… Verena meinte auf dem Weg nach Hause im Zug noch, dass ihre Gastmutter gemeint hatte, dass ich mir es aussuchen könnte, ob ich unten im Keller auf dem Sofa oder oben in Verena’s Zimmer auf der Luftmatraze schlafen möchte…
Als wir daheim ankommen meint die Mutter schon so, dass sie unten alles vorbereitet hat. Verena fragt mich auf französisch, ob ich denn unten oder oben schlafen will… Die Frage war noch garnicht richtig beendet, da kam von der Mutter schon die Antwort: „Er schläft unten!“…
Auch wenn diese Sache bei Verena anscheind für etwas Unverständnis gesorgt hat, so hätte mich es zumindest sehr stark gewundert, wenn die Mutter das zugelassen hätte, dass ich in ihrem Zimmer schlafe… (Jaja, ich bin ja sooo gefährlich 😉 :P)
Das Éric damals das zugelassen hatte, dass Verena unten bei Philipp und mir geschlafen hat, war ja auch nicht gerade absichtlich 😉

Aber es gab noch ganz andere Begebenheiten: So mussten wir feststellen, dass man nur mit einer Visa-Karte bei McDonals nicht weit kommt… Die akzeptieren sie nämlich nicht… (Resultat des gesammten Wochenendes für Metro- und Zugtickets: ca. 47$ Schulden).

Auch sollte man den Fahrplan des Zuges genau lesen: An Wochenenden fahren die nämlich nicht so oft… Dadurch resultierte dann, dass Verena und ich ca. 2 Stunden am Bahnhof auf den nächsten Anschluss haben warten müssen.
War bestimmt ein komisches Bild: zwei Austauschschüler sitzen im Bahnhof stundenlang auf einer Bank und unterhalten sich auf französisch… Und lesen die Packungsbeilage einer Neutrogena Hautcreme 😉 (mit Urea!)…

Am Sonntag waren Verena und ich für einige Zeit alleine zu Hause. Verena war gerade im Bad eine neue tiefreinigende Gesichtsseife (sic!) auszuprobieren, als das Telefon klingelte… Also geh‘ ich ran…

Bonjour! C’est la mère de Verena!
(Guten Tag! Hier spricht die Mutter von Verena!)

Meine Antwort darauf:

Guten Tag Frau Steub! Wenn Sie mit Verena sprechen möchten müssen sie noch etwas warten, da sie gerade im Badezimmer sich ihre Gesicht wäscht… [text, text, text] Nunja, ich bin ein anderer Austauschschüler, der bei ihr dieses Wochenende übernachtet hat…

Text sinngemäß niedergeschrieben… Nicht 100%ig der Original-Text…

Naja, was soll ich sagen… Auf diesen Wortschwall Halb-Bayrisch konnte man erst Mal eine Denkblase förmlich platzen hören 😉

Noch etwas, was mit dem Wochenende garnichts zu tun hatte: Am Freitag haben alle Schüler der secondaire 5 in Québec das Vorbereitungs-Heft für das große Französisch-Examen des Minesteriums bekommen… Großes Thema: Humanitäre Hilfe… Im laufe der nächsten Tag muss ich also alle Texte noch ein Mal lesen (ein Mal habe ich sie schon gelesen), mir Anmerkungen zu dem Text machen und mir ein Blatt mit allen Argumenten schreiben, auf die ich dann im Examen zurückgreifen kann… Am Donnerstag, den 04.Mai.2006 bekomme ich dann die „Situation d’écriture“, also ein Blatt mit der genauen Spezifizierung, wozu ich Stellung nehmen soll und an wen ich schreiben muss… Mal sehen, was draus wird 😉