Vor der Gala ist nach der Gala

So, gestern abend war dann also die langersehnte „Gala culturel et communautaire“. Doch am besten immer der Reihe nach…

Montag haben wir angefangen, das Auditorium zu dekorieren, Dienstag haben wir damit weitergemacht. Eigentlich sollte am Dienstag auch die Generalprobe stattfinden, die aber mangels von Licht und Ton (keine Mikros da, Lehrer schon daheim) ziemlich in die Hose gegangen ist.

Listte hat es dann aber doch geschafft, Bernard D’Anjou (den Lehrer von „techniques de scène“) noch ein Mal zur Schule zu zitieren. Er war übrigens, genauso wie Lisette mit dem Licht garnicht einverstanden.

Nach viel hin und her, hat Bernard dann mir auch als enizigstem ein neues ClearComm-Terminal gegeben, die anderen durften nur die alten haben… Ich meine, dass kann ich irgendwo schon verstehen, dass er die neuen nicht rausgeben möchte… Von 5 ClarComm’s, hat es die Technik doch tatsächlich geschafft 2 kaputt zu machen… Dazu kommen dann noch etliche Mikros, Scheinwerfer, etc. pp.

Allerdings, aus einem mir unersichtlichen Grund, hat Bernard kein weiteres, neues ClearComm für Lisette herausgerückt… Somit war die komplette BackStage von jeglicher Kommunikation abgeschnitten…

Nun, was soll ich sagen… Keine Generalprobe, kein Lichtkonzept, kein Tonkonzept, keine ClearComms… Die Gala war ein einzigstes Desaster (technisch gesehen). Was meine Projektion angeht, so habe ich einiger Zei darauf verzicht die Namen der Nominierten und der Gewinner einzublenen, da die Moderatoren die Namen nach gutdünken einfach durcheinandergeworfen vorgelesen haben…

Aber, um euch die größte Panne nicht vorzuenthalten… Musik (von meinem Laptop) geht an, Licht wird einfach hochgeblendet (sollte aber eigentlich eher ein Lichtspiel sein), und man höhrt außer der Musik nichts… Eigentlich sollte man aber noch eine Stimme aus dem Off hören – hat man aber nicht. Mikro war aus… Und als es dann endlich an war, war’s auch schon zu spät…

Letzter Punkt, wo ich noch drüber motze: Die Fotografin, die wir hatten – ein Mädl von der Bühnentechnik… Sitzt irgendwo in der Mitte des Auditoriums und macht von dort aus sitzend Fotos von den Gewinnern… Das diese Fotos nichts geworden sind, muss ich ja wohl nicht extra erwähnen…

Kommen wir nun zum erfreulichen Teil des Abends: Ich habe, wie vorausgesehen, einen Preis in Journalismus und „animation de la vie scolaire“ bekommen. Als ich aber mit der ganze Truppe der animation auf der Bühne stand und alle ihre Preise hatten, fing Lisette auf ein Mal an, noch einen Text zu lesen… In diesem Fall war er über mich…
Ich kann mich nicht mehr an den kompletten Wortlaut erinnern, aber es war so in der Richtung: „Er kam eines Tages an mein Büro und wollte eine Information haben… Und ich verstand ihn nicht… Er kam immer wieder Mal… Und ich habe ihn nicht verstanden. Dann habe ich ihn eingeladen, dass er doch zur animation de la vie scolaire kommt und bei uns mitmacht. Seitdem ist er jeden Mittag bei uns anzufinden und hat viel für die Schule gemacht, [noch weitere lobhudelein…]… […] Aber jetzt, verstehen wir ihn.“
Mit diesen Worten hat sie mir dann ein kleines Säckchen mit einer Dose Ahornsirup gereicht… Auf der Unterseite der Dose ist aber eine kleine rote Plakette mit silberner Gravur: „Merci Martin école J.H.Leclerc 2005/2006 Granby Lisette Hébert“. 🙂

Die anderen Preise waren natührlich jeweils ein „Certificat de distinction“ inkl. Schulsiegel, ein 10$-Gutschein für die Galleries de Granby, ein 20$-Gutschein für Canadien-Tire, ein Bauchbeutel (diese Dinger halt, die man sich um den Bauch schnallt und Geld, etc. pp. inne tun kann) von Desjardins sowie ein sehr schöner Kugelschreiber von Desjardins.

Im Anschluss an die kleine Rede von Lisette habe ich mich dann spontan dazu hinreisen lassen, einige Minuten auf der Bühne zu reden – Lacher waren im Publikum genug zu hören 🙂

Weitere Lacher waren mir garantiert, als ich am Anfang des Spektakels als der „maitre du jeu“ vorgestellt wurde, der die Macht der Fernbedienung besitzt. Damit kann ich die beiden Moderatoren die Sprache wechseln lassen… Und, ich habe sie auf Deutsch angeschanautzt, dass sie doch endlich Mal anfangen sollen. Ich dachte eigentlich nicht, dass mich jemand im Auditorium verstehen würde, aber falsch gedacht… Direkt neben meinem Technik-Verhau sass eine Dame aus dem Elsass (oder so…). Mit ihr habe ich mich dann einige Zeit unterhalten…
Wenn ihr jetzt nicht versteht, was an dem „maitre du jeu“ so lustig ist… Das ist normal, dass ich das nicht versteht… Das ist lediglich eine Veräppelung einer Fernsehsendung namens „Loftstory“ (einfach Mal die Suchfunktion meines Blogs bemühen für weitere Informationen)…

Zu guter letzt gab es dann noch eine Überraschung – für Lisette… Wir vom comité de la vie scolaire haben ihr einen grossen Blumenstraus gekauft, welchen wir ihr auf der Bühne überreicht haben. 🙂

Aber um noch Mal schnell auf die ClearComms zurück zu kommen… Die ClearComms wurden hier von der Technik zu Quatsch labern genauso missbraucht, wie die Walkie-Talkies bei uns in Deutschland von der WHG-Technik…
Abgesehen von Mitteilungen des Licht-Menschens wie: „Wow! Die hat aber einen kurzen Rock!“ wurden auch Diskussionen über die Musik, die Texte auf der Bühne sonst so einiges abgelassen…
Allerdings hoffe ich, dass sich im Team von Techniques de Scènes noch ein anderer mit meinem (Vor-)Namen findet… Warum das? Nun, wenn dem nicht so ist, bin ich etwas leicht irritiert 😉 Auch das versteht ihr nicht… Macht nix – erklär‘ ich euch 😉
Einige Minuten vor Beginn der Show, wo sich schon alle Techniker auf ihre Posten begeben haben und ihr ClearComm aufgesetzt haben, wurde schon etwas geschwätzt… Unter anderem berichtete da ein Mädchen, dass sie „pendant la préparation, j’ai cruisé Martin“ hat (Benützt gefälligst ein Wörterbuch, wenn ihr das net versteht ;)). Daher denke ich Mal, das eher noch ein anderer Martin im Bühnentechnik-Team ist 😉 Falls dem nämlich nicht so wäre, habe ich andersrum ein kleines Problem: ich weiss ja nicht Mal, wer da ins ClearComm gesülzt hat 😉

So, ich denke, dass ist für den Moment genug… Die Gala ist vorbei, das Auditorium sieht wieder so aus wie Eh‘ und Jeh‘, und man kann sich wieder dem Alltag zuwenden… Lediglich einen Vorschlag, der mir gestern Abend mehrfach zugetragen wurde, werde ich nicht durchführen: Öfters im Anzug in die Schule kommen 😉

Edit 10.05.2006, 21:15 GMT-05:00 : Umlaute eingebaut

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